Naturgesetze

…artgerecht mit Hunden leben – was bedeutet das?

Um einen Hund auch nur annähernd zu verstehen, kommt man um die um die Psychologie des Hundes nicht herum. Begeben wir uns auf die Ebene eines Hundes und sehen die Welt aus seiner Perspektive, so verstehen wir, wer der Hund ist und was er braucht.

Hunde fühlen, denken und handeln nach den Naturgesetzen. Wenn man diese fundamentalen Wahrheiten beherzigt, steht einem harmonischen Zusammenleben mit dem Hund nichts mehr im Wege.

Diese Gesetze sind:

  • Energie ist alles!

Was ist Energie? Hier eine Definition:

„mit Nachdruck, Entschiedenheit und Ausdauer eingesetzte Kraft, etwas durchzusetzen; starke körperliche und geistige Spannkraft, Tatkraft“ (Quelle: Duden)

Die Energie eines Hundes besteht darin, wer und was er im Augenblick ist. Er kommuniziert mit konstanter Energie. Wir Menschen erkennen uns am Aussehen oder am Namen. Hunde erkennen sich an der Energie, die sie ausstrahlen. Und so erkennen sie auch Menschen. Was für uns Menschen die Sprache ist, ist für Hunde die Energie.

Hunde haben keine Worte, um sich auszudrücken. Was genau in ihnen vorgeht, kann man an ihrer Körpersprache erkennen. Sie zeigen es über ihre Körperspannung, die Kopfhaltung, die Stellung der Ohren, Augen und des Schwanzes. Hierbei ist der Hund als Gesamtes zu betrachten! Werden diese Signale falsch gedeutet, kann es zu Missverständnissen kommen.

Ein Hund beobachtet unsere Körpersprache ganz genau und bekommt seine Informationen über Riechen, Sehen und Hören. Daher ist der Hund auch in der Lage, unsere Stimmungen, Gefühle und Energie zu erkennen. Man denke da an Blindenhunde oder Rettungshunde…

Unsere Energie, unsere Körpersprache und unser nonverbales Verhalten können Hunde besser deuten als unseren Tonfall oder unsere Sprache!

Wer also eine echte und gesunde Beziehung zu seinem Hund aufbauen möchte, sollte einen Weg in die eigene instinktgesteuerte Welt zurückfinden. Vertraue wieder Deinen eigenen Instinkten!

  • Hunde folgen stets ihrem Instinkt. Menschen handeln emotional und intellektuell

Menschen vermenschlichen Hunde. Wir unterhalten uns mit ihnen, ziehen sie wie Menschen an, tragen sie herum und dichten ihnen menschliche Emotionen an. Wir erfüllen uns also unsere eigenen emotionalen Bedürfnisse über den Hund.

Hunde haben zwar Gefühle, doch sind sie lange nicht so komplex wie bei uns Menschen. Unsere Emotionen werden von den Hunden als Energie wahrgenommen, positiv wie negativ. Unsere negative Energie wird vom Hund als Schwäche gedeutet und danach reagiert er.

Ein Beispiel: Wenn wir einen ängstlichen oder nervösen Hund sehen, möchten wir ihn trösten – das ist eine normale und menschliche Emotion. In der Natur gibt es aber keinen Trost. Trösten wir also einen ängstlichen Hund, verstärkt sich sein negatives Verhalten, weil er die Zuwendung als Belohnung für sein ängstliches Verhalten sieht. So verschlimmern wir seine Angst, weil wir sein instabiles Verhalten bestärkt haben!

Hunde sind sehr instinktsichere Wesen, sie denken nicht wie wir und sie fühlen nicht wie wir!

Hier einige Beispiele für die Vermenschlichung eines Hundes:

Der Hund benimmt sich wie ein Mensch (am Tisch essen)
Dem Verhalten des Hundes werden menschliche Gefühle zugeschrieben
Der Hund wird eingekleidet und es dient weder Schutz noch Identifikation
Erwartung an den Hund, die menschliche Sprache zu verstehen und richtig zu deuten
Auf hündische Probleme wird mit menschlichen Lösungen reagiert (Trösten eines ängstlichen Hundes, Begrüßen eines überreizten Hundes)

 

Fortsetzung folgt……

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